Das Konzept „Klassenrat“
„In den wöchentlichen Sitzungen des Klassenrates beraten, diskutieren und entscheiden die Schülerinnen und Schüler über selbstgewählte Themen: über die Gestaltung und Organisation des Lernens und Zusammenlebens in Klasse und Schule, über aktuelle Probleme und Konflikte, über gemeinsame Planungen und Aktivitäten.“ (http://www.derklassenrat.de)
Folgende Kompetenzen sollen gefördert werden
- Demokratisches Miteinander wird gelebt und gefördert
- Die Klasse findet eigene Regeln für ein effektives Arbeiten und friedliches Zusammenleben in der Schule
- Die Schüler übernehmen Verantwortung für die Klasse
- Schüler üben ihre sprachlichen Fähigkeiten beim Argumentieren, Protokollieren und Moderieren.
- Soziale und emotionale Kompetenzen werden gefördert: aktives Zuhören, Einhalten von Gesprächsregeln, Sprechen über Gefühle, Aushalten von Konfliktgesprächen, Aushandeln von Lösungen, Übernahme von Verantwortung.
- Schüler lernen, Konflikte ohne Gewalt zu lösen. Der Klassenrat bietet ein Forum für die Klärung von Konflikten in der Klasse/Schule.
- Eine Basis für effektives Lernen wird geschaffen, da Störungen weniger die Unterrichtszeit belasten. Somit wird durch den Einsatz der Klassenratsstunde insgesamt Zeit eingespart.
- Lehrkräfte erleben Kompetenzen (v.a. Sozial- und Selbstkompetenz) von Schülern und Schülerinnen, die im Unterricht weniger offensichtlich werden
- Die Schüler lernen Arbeitssitzungen effektiv zu gestalten.
Durchführung
In jeder Klasse tagt möglichst einmal in der Woche der Klassenrat.
Die Kinder übernehmen hierbei verschiedene Ämter. Ein Kind ist der Moderator oder die Moderatorin, ein anderes sein Assistent bzw. seine Assistentin und ein weiteres Kind ist der Zeitwächter oder die Zeitwächterin. Auch das Protokoll wird in einigen Klassen durch ein Kind geführt.
Alle Kinder überlegen sich, was in der letzten Woche gut gelaufen ist und haben Gelegenheit, ihre Klassenkameradinnen und Kameraden ausgiebig zu loben.
Anschließend wird überlegt, an welcher Aufgabe die Klasse in der nächsten Woche gemeinsam arbeiten möchte. Hier schlagen die Kinder zum Beispiel folgendes vor: „Wir halten unseren Klassenraum sauber.“ „Wir hängen unsere Jacken an den Haken.“ „Wir nehmen ein gesundes Frühstück mit in die Schule.“
Als nächstes wird die Klassenratsbox geleert. In dieser haben die Kinder zuvor bei Bedarf Wünsche aufgeschrieben, die sie an ein anderes Kind haben. Diese Wünsche werden nun durch das betreffende Kind vorgetragen. „Ich wünsche mir von dir, Joachim, dass du mich nicht ablenkst.“ „Markus, ich wünsche mir von dir, dass du nichts über mein Frühstück sagst.“ Im nächsten Klassenrat wird geschaut, ob dieser Wunsch bereits in Erfüllung gegangen ist.
Zum Schluss gibt es meist noch Gelegenheit, die Kinder zu loben, die ein Amt übernommen haben. Auch Tipps können ihnen gegeben werden.
In den 1. und 2. Klassen wird die Klassenlehrkraft bei der Ein- und Durchführung des Klassenrates durch einen Schulsozialarbeiter oder eine Schulsozialarbeiterin unterstützt. In den 3. und 4. Klassen ist die Schulsozialarbeit auf Wunsch einmal monatlich im Klassenrat dabei.
